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Digitale Kunstvermittlung

Sei der Kunst und Kultur zum Greifen nah – Augmented Reality in der Kunstvermittlung

2020 war wahrlich kein Jahr der Kunstreisen, der Museumsbesuche oder der Clubkultur: Dafür war es ein Jahr der Wissenschaft, der Technologie und der Selbstreflexion. Ich habe mich also gefragt: Was habe ich für Träume? Wie möchte ich mich in Zukunft verwirklichen? Und warum habe ich meine Pläne bisher noch nicht umgesetzt? Mit der App ART&AR zeige ich euch jetzt das Ergebnis meines Lockdowns – Made in Aachen.

Das Prinzip ist simpel: Durch Augmented Reality wird ein 3D Objekt, das zuvor gescannt und/oder modelliert wurde, in den realen Raum projiziert. Spätestens seit 2016 nach dem Pokémon Go-Hype und den Snapchat World Lenses kennen viele die Möglichkeiten der „AR“. 

Die Wirklichkeit wird durch virtuelle Elemente und Objekte erweitert und es entsteht eine Welt, die nur auf unseren Displays existiert. Bei ART&AR sind es sowohl digitale Kunstwerke als auch analoge, die digitalisiert wurden.

Und wie funktioniert die App? 

Das Ziel ist es, jungen Künstler*innen und Kulturschaffenden eine Plattform für die virtuelle Ausstellung ihrer Kunstwerke und Kulturgüter zu bieten. Student*innen, Absolvent*innen und Young Professionals können im Rahmen einer Zusammenarbeit die Möglichkeiten der Augmented Reality in Verbindung mit ihren physischen und digitalen Werken der Bildenden und Angewandten Kunst erproben.

Aber auch Kunstkäufer*innen und Sammler*innen haben bei ART&AR die Chance fündig zu werden. Über unsere Webseite werden die in der App präsentieren Objekte zum Verkauf angeboten. Preise werden auf Anfrage kommuniziert. 

DER ABLAUF: 

  1. App downloaden 
  2. Kunstwerke mithilfe unserer Augmented Reality-Funktion entdecken und Zuhause oder unterwegs platzieren 
  3. Mehr Infos über das Werk und den/die Künstler*in auf unsere Webseite einholen 
  4. Kunstwerk einfach bei uns anfragen und durch einen Kauf deine Lieblingskünstler*innen supporten

Bei meiner Recherche zu Augmented Reality aus Sicht der Kunstvermittlung, bin ich auf einen Artikel von meinem ehemaligen Dozenten Dr. Georg Peez gestoßen. Herr Peez ist Professor für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und hat sich bereits 2018 mit der Frage, der Erfahrungs- und Gestaltungsmöglichkeiten in einer um virtuelle Anteile erweiterten Realität beschäftigt. Wenn es um Kunstvermittlung und Kunstpädagogik geht, sieht er folgende Chancen: 

„[Es] lassen sich historische, kunsthistorische und restauratorische Erkenntnisse und Wissens­elemente über Augmented Reality vermitteln, etwa wenn Vorstudien, Untermalungen und frühere Fassungen, die eigentlich nur in Röntgenbildern sichtbar werden, über ein Gemälde gelegt werden. Ferner ist es möglich, Vorzeichnungen transparent vor das Bild und vergleichend übereinander einzublenden, so dass die Gestaltungsentscheidungen – oder auch farbliche Varianten – der Kunstschaffenden visuell nachvollziehbarer werden. Auf diese Weise ergeben sich auf einem Parcours durch die Ausstellungsräume oder durch den Stadtraum jeweils individuell auszuwählende Aktivitäten, so dass auf das Vorwissen und die Interessen der Besuchenden differenziert, aktivierend und interaktiv eingegangen werden kann.“[1]

Die Kunstvermittlung und Kunstpädagogik muss sich seiner Meinung nach mit Entwicklungen wie etwa Augmented Reality auseinandersetzen, da diese großen Einfluss auf die visuelle Kultur der Kinder und Jugendlichen haben.

Daher habe ich mich gefragt, wer sich denn mittlerweile bei der Museumsarbeit mit AR beschäftigt.

Dazu habe ich mir die laufenden Projekte von museum4punkt0 angesehen. Von AR-Diorama Spätrömische Töpferwerkstatt, über AR-Erlebniswelt Meeresforschung, bis hin zu Kosmos Kaffee – Augmented Reality-Anwendung zur Sonderausstellung war für alle etwas dabei. Vor allem die Verbindung von Kunst & Gamification, die zu der sogenannten Artification führt, stehen bei der Entwicklung solcher Applikationen im Fokus. Das Humboldt Forum beschreibt seine Anwendung „Mein Objekt“ zum Beispiel als einen „spielerischen Umgang mit Wissen“ – vor, während und nach dem Museumsbesuch.

Aber welchen Stellenwert hat AR bei der kaufmännischen Kunstvermittlung? 

Christie’s hat zum Beispiel eine eigene Christie’s App, bei der man Meisterwerke von Rothko, Picasso und Monet virtuell Zuhause aufhängen kann, bevor man das Werk kauft. Sotherby’s steigt mit „Curate by Sotheby’s International Realty“ ein. Letztere wurde zur virtuellen Darstellung entwickelt, um die Hauskauf- und Verkaufserfahrung zu ergänzen, sodass sowohl der Vertriebsmitarbeiter als auch die Kunden eine besser Vorstellung der Einrichtung haben.[2]

Im Vergleich Christie’s und Sotheby’s
Foto: Eigene Aufnahmen (Screenshot), AAR 2021.

Ob als Kunstobjekt oder Immobilie: Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) sieht die Intensivierung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bzw. Förderung von VR- und AR-basierten Start-ups als ein wichtiges Handlungsfeld in Deutschland.[8] Mit ART&AR hoffe ich, einen kleinen Beitrag für diese Positionierung leisten zu können. Auch, wenn ich noch ganz am Anfang stehe. 

Erscheinungsdatum: Mai 2021
ART&AR – Jetzt im Google Play und App Store

Autorin: Amanda


[1] Peez, Georg: Augmented Reality – kunstpädagogisch betrachtet. Erfahrungs- und Gestaltungsmöglichkeiten in einer um virtuelle Anteile erweiterten Realität, (BDK-Mitteilungen) 2018, S.28 (URL: https://georgpeez.de/wp-content/uploads/2019/07/Augmented-Reality-–-kunstpädagogisch-betrachtet.pdf, abgerufen Mai 2021).

[2] Vgl. Internetauftritt von Curate von Sotheby’s International Realty (URL: https://www.sothebysrealty.com/deu/curate , abgerufen Mai 2021).

[8] Vgl. Kind, Sonja, Jan-Peter Ferdinand und Tobias Jetzke [u.a.]: Virtual und Augmented Reality. Status quo, Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen, (Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, Arbeitsbericht Nr. 180) Berlin 2019, S.97 (URL: https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab180.pdf , abgerufen: Mai 2021).

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